Investitionen oder Betriebsmittel – wo liegt der Unterschied?

Bei der Gründung des eigenen Unternehmens bedürfen viele Gründer einer zusätzlichen Finanzierung durch die Bank. Um diese erfolgreich zu beantragen, bedarf es neben einem soliden Businessplan auch der Sicherheiten gegenüber der Bank. Dabei können einerseits Betriebsmittel oder auch Investitionen angegeben werden. Worin der Unterschied besteht und welche Variante mehr Erfolg verspricht, klären wir in diesem Artikel für Sie.

Betriebswirtschaft vs. Welt der Fördermittel

Bei den sogenannten Betriebsmitteln gilt es zu unterscheiden, ob es sich Betriebsmittel im betriebswirtschaftlichen Sinn oder um Betriebsmittel in der Förderwelt bzw. der Welt der Fördermittel handelt. Denn je nachdem kann es sich um leicht unterschiedliche Dinge handeln.

In der Betriebswirtschaft werden unter Betriebsmitteln klassischerweise vor allem technische Anlagen, Werkzeuge oder auch Einrichtungen zusammengefasst, wobei auch Immobilien darunter gefasst werden. Genau genommen handelt es sich dabei um materielle Betriebsmittel. Zu den immateriellen Betriebsmitteln wiederum zählen beispielsweise Schutzrechte, Patente oder auch Lizenzen.

In der Welt der Fördermittel hingegen werden unter Betriebsmitteln alle Aufwendungen verstanden, die notwendig sind, um den Betrieb des Unternehmens zu gewährleisten. Darunter fallen zum Beispiel laufende Kosten wie Löhne oder Miete, aber auch Kosten für Marketingmaßnahmen, Verbrauchsmaterial, Beratungsleistungen oder auch Liquiditätsreserven.

Folgt man dieser Definition weiter, so fallen alle im betriebswirtschaftlichen Sinn als klassische Betriebsmittel bezeichneten Dinge, die für de Ausführung der Produktion wichtig sind, in die Kategorie der Investitionen. Maschinen, Grundstücke oder Gebäude, Firmenfahrzeuge aber auch Maschinen und Einrichtungsgegenstände etc. sind somit in der Welt der Fördermittel keine Betriebsmittel, sondern vielmehr Investitionen. Sind Patente, Lizenzen oder auch Software zudem steuerlich aktiviert, fallen sie ebenfalls in die Kategorie der Investitionen.

Wichtiger Unterschied beim Finanzierungsantrag

Für Gründer und Gründerinnen ist diese Unterscheidung von großer Wichtigkeit, denn sie hat einen direkten Einfluss auf die Beantragung einer Finanzierung. Im entsprechenden Antrag bzw. Businessplan gilt es nämlich der Bank bzw. dem Finanzierungsinstitut sogenannte Sicherheiten zu nennen. Zudem besteht die Möglichkeit, entsprechende Fördermittel für diese Punkte zu beantragen.

So können Startups beispielsweise Personalkosten, Qualifizierungsmaßnahmen oder auch Mietausgaben, also in der Welt der Fördermittel geltende Betriebsmittel, subventionieren bzw. bezuschussen lassen. 

Gleichzeitig sind hier die unter Betriebsmitteln zusammengefassten Werte als Sicherheit gegenüber der Bank weniger beliebt als die sogenannten Investitionen. Denn diese haben im Falle eines Ausfalls des Geschäfts einen entsprechenden Wiederverkaufswert und können somit den Verlust abfedern.

Die richtigen Angaben für eine erfolgreiche Antragstellung 

Die Erstellung eines überzeugenden und fundierten Businessplans ist der Grundstein für eine erfolgreiche Gründung. Sie legt den Weg für das Erreichen der beruflichen Selbständigkeit.

Ein Teil davon besteht darin, dem Geldgeber aufzuzeigen, welche Sicherheit vorhanden sind. Wie bereits aufgezeigt, gilt es dabei jedoch von Fall zu Fall zu unterscheiden und alle möglichen Perspektiven des Gegenübers abzudecken. Einerseits sollen sowohl die klassischen Elemente im Sinne der Sicherheit dargestellt werden, sprich die vorhandenen Investitionen. Andererseits müssen jedoch beim Antrag zur Förderung auch die jeweils zu fördernden Posten, sprich die entsprechenden Betriebsmittel klar aufgelistet sein.

Die richtige Unterscheidung und Unterteilung der verschiedenen Posten ist wichtig, um die korrekte Darstellung im Businessplan und die passenden Fördermittel und Finanzierungen zu finden. Als Gründerin oder Gründer gehört das Zusammenstellen von Business- und Finanzierungsplänen nicht unbedingt zu den erworbenen Kompetenzen. Sich dabei Unterstützung zu holen, kann in solchen Fällen das fehlende Puzzleteil sein. Die Experten und Expertinnen von Econoomy unterstützen Sie auf dem Weg entwickeln Ihren Businessplan und beraten Sie auf dem Weg zur erfolgreichen Selbständigkeit.