Coronakrise: Ihre finanziellen Möglichkeiten als Unternehmen

Wer gründen will muss erst einmal jede Menge Informationen recherchieren. Zahlreiche Plattformen helfen Gründern bei ihren ersten Schritten durch ausgiebige Informationen etwa über rechtliche oder administrative Aspekte. Wir stellen die wichtigsten vor.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus sind schon voll zu spüren. Riesige Industriezweige stellen ihre Produktion vollständig ein, Geschäfte schließen und die Dienstleistungsbranche kommt zum Erliegen. Welche Maßnahmen können Sie ergreifen, um finanziell liquide zu bleiben und durch diese Krise zu kommen?

 

Diese Kosten können Sie senken

Durch das Coronavirus fehlen Umsätze, um laufende Kosten zu decken. Eine wichtige Konsequenz ist dabei die Kostensenkung. Die größten Positionen sind in der Regel Personal- und Raumkosten. Aber auch Kosten für Fuhrpark und Marketing können erheblich sein.

Bedingt durch die Laufzeiten bei Mietverträgen und Leasingverträgen kann man hier nicht in kurzer Zeit die Kosten reduzieren. Solche Maßnahmen müssen im Voraus gut überlegt und geplant werden. Es ist durchaus sinnvoll, sofern das Coronavirus länger anhält, die Kostenminderung dieser Positionen zu prüfen durch einen Blick in die laufenden Verträge.

Die Positionen, welche man kurzfristig senken kann, sind die Personal- und Marketingkosten. Können Sie aktuell Ihre Ware oder Dienstleistung nicht anbieten, lohnt es sich auch nicht diese zu bewerben. Sie können jedoch, Ihren verantwortungsvollen Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise zu betonen – ob per Mail, als Aushang oder Posting.

Viele Unternehmen müssen den Betrieb aufgrund des Coronavirus vollständig einstellen. Das Personal, welches keiner Tätigkeit mehr nachgehen kann, verursacht enorme Kosten. Die Lösung für viele kleinen und mittelständigen Unternehmen heißt: Kurzarbeitergeld

Hierdurch wird Ihren Mitarbeitern der Gehaltsausfall in Höhe von 60 % (67 % bei mind. einem Kind im Haushalt) vom Staat ausgeglichen. Das Antragsverfahren ist im Rahmen der Coronakrise vereinfacht worden. Außerdem stehen in Aussicht gestellte Aufstockungen im Raum, welche jedoch noch nicht vollends beschlossen worden sind.

Das Kurzarbeitergeld ist flexibel einsetzbar. Einige Betriebe können weiterhin eingeschränkt tätig sein, wodurch die Mitarbeiter nicht im vollen Umfang abgerufen werden können. Können Sie eine Vollzeitkraft aufgrund des Coronavirus nur für 10 h / Woche beschäftigen, zahlen Sie für die 10 h das volle Gehalt. Für die nicht abgerufenen 30 h / Woche greift das Kurzarbeitergeld.

Durch diese Möglichkeiten können Sie Ihre laufenden Kosten kurzfristig erheblich senken, ohne Ihre Mitarbeiter vor eine existenzbedrohende Situation zu stellen. Außerdem können Sie so zeitnah bei steigender Auftragslage oder der Betriebsaufnahme nach der Coronakrise auf Ihre Mitarbeiter zurückgreifen.

Liquidität behalten

Ihre aktuelle Liquidität sollten Sie so lange wie möglich bewahren. Schöpfen Sie Zahlungsziele voll aus oder bitten Sie um Aufschub. Auch Steuerzahlungen dürfen Sie durch das Coronavirus bedingt aufschieben und Vorauszahlungen lassen sich leichter absenken.

Aufgrund der Coronakrise wird von Seiten des Finanzamts auch auf Säumniszuschläge und Vollstreckungen verzichtet.

Liquidität aufnehmen

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wurden diverse Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Coronavirus beschlossen. So sollen die bestehenden Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet werden und leichter erhältlich sein (KfW- und ERP-Kredite).

Für Jungunternehmen (unter 5 Jahre) steht der ERP-Gründerkredit – Universell zur Verfügung und für Bestandsunternehmen (über 5 Jahre) der KfW-Unternehmerkredit. Während der bestehenden Coronakrise weitet die KfW die Haftungsfreistellung (Risikoübernahme) auf bis zu 80 % aus, um Unternehmen in krisenbedingten Finanzierungsschwierigkeiten zu unterstützen.

Einen solchen Kredit kann man über eine durchleitende Bank beantragen. Hierbei lohnt es sich, um seine Chancen zu erhöhen, mehrere Banken zu kontaktieren. Aufgrund der aktuellen Lage sind die Bearbeitungszeiten unterschiedlich lang.

Die Beanspruchung eines unabhängigen Finanzberaters kann diesen Prozess durch unkomplizierte Vorabprüfung und ein breites Netzwerk beschleunigen.

In der Regel verlangen die Banken einen aussagekräftigen Businessplan, welcher einen realistischen Ausblick anhand der aktuellen Zahlen bietet. Um hier möglichst wenig Zeit zu verlieren, ist eine schnelle Kommunikation und Zusammenarbeit wichtig.

Zögern Sie also nicht zeitnah zu agieren, um nicht auf bevorstehende Notlagen reagieren zu müssen. Bei Ihrer Herausforderung sind Sie nicht alleine! Wir stehen im engen Austausch mit staatlichen Institutionen und sind bei dem Bundesamt für Wirtschaft (Bafa) gelistete Berater, um Unternehmen zeitgemäß unterstützen zu können.

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